Alex – einer, der einfach macht
Manche Menschen planen lange. Alex fängt einfach an.
Er braucht dafür keinen fertigen Plan und keine genaue Vorgabe. Oft reicht eine Idee, ein Stück Holz und die Frage: Was könnte daraus werden? Alex probiert aus, verändert, verwirft und macht weiter – bis aus einer Vorstellung etwas entsteht, das vorher so noch nicht da war.
Das Holz gibt die Richtung vor
Dabei zwingt Alex dem Holz nichts auf. Maserung, Wuchs, Kanten und Eigenheiten dürfen bleiben und bestimmen mit, was daraus entsteht. Gerade heimische Hölzer aus dem Allgäu spielen für ihn eine besondere Rolle – Hölzer, denen er auch draußen in den Bergen immer wieder begegnet.
Aus einer Idee wird der „Brotzeit Buddy“
Auch die Brotzeitbretter sind auf diese Weise entstanden. Nicht am Reißbrett und nicht nach einem festen Schema, sondern aus einer Idee, die Alex ausprobiert und immer weiterentwickelt hat. Dabei gleicht kaum ein Brett dem anderen. Unterschiedliche Hölzer, Maserungen und Formen werden miteinander verbunden – und gerade das macht jedes Stück zu einem Einzelstück.


Alex sucht dabei nicht nach makellosem Holz. Im Gegenteil: Gerade Äste, ungewöhnliche Maserungen, gewachsene Kanten oder Farbunterschiede machen ein Stück für ihn interessant. Was bei industrieller Fertigung vielleicht als Unregelmäßigkeit aussortiert würde, kann bei ihm zum eigentlichen Charakter des Werkstücks werden.
Verarbeitet werden vor allem heimische Hölzer aus dem Allgäu – darunter Bergahorn, Eiche oder Zirbe. Und manchmal gerät ihm sogar ein Holz in die Hände, das selbst schon eine Geschichte mitbringt.
Holz, das Jahrtausende überdauert hat
Ein solches Holz war eine Mooreiche, mit der Alex arbeiten durfte. Ihr Alter: etwa 2.500 bis 3.000 Jahre. Ein Stück Holz aus längst vergangener Zeit, das schließlich in seine Hände gelangte.
Alex verwendete dieses außergewöhnliche Material unter anderem für Einfassungen seiner Brotzeitbretter. So entstand etwas, das weit mehr ist als ein Gebrauchsgegenstand: heimisches Holz, jahrtausendealte Geschichte und modernes Handwerk treffen in einem einzigen Stück aufeinander.

Einer, der sich nicht unterkriegen lässt
Alex hat im Leben nicht immer den einfachen Weg erwischt. Es gab Zeiten, die ihm viel abverlangt haben – und manches hat sichtbare Spuren hinterlassen. Doch eines scheint sich durch seine Geschichte zu ziehen: Aufgeben ist für ihn keine wirkliche Option. Er macht weiter. Manchmal mit einem neuen Plan, manchmal mit einer neuen Idee – und manchmal einfach, indem er anfängt.
Was Alex dabei auszeichnet, ist nicht nur seine Beharrlichkeit. Es ist diese besondere Art, aus dem, was gerade da ist, etwas zu machen. Das gilt für ein Stück Holz genauso wie für das Leben selbst. Hindernisse bedeuten für ihn nicht zwangsläufig Stillstand. Oft sind sie eher der Moment, an dem er einen anderen Weg sucht.

Vielleicht passt genau deshalb dieses Bild so gut zu Alex. Kein gestelltes Porträt, kein großes Auftreten. Einfach ein Moment draußen – dort, wo er sich wohlfühlt. Alex ist viel unterwegs, geht auf Touren und in die Berge. Und vielleicht kommt daher auch sein Blick für das, was andere leicht übersehen: eine besondere Form, eine Maserung, ein Stück Natur, aus dem etwas entstehen kann.
Ein Auge für den richtigen Moment
Dieses Gespür zeigt sich nicht nur beim Holz. Alex fotografiert – und auch dabei arbeitet er weniger nach Schema als nach Gefühl. Er hat ein bemerkenswertes Auge für Momentaufnahmen, für Licht, Stimmungen und Situationen, die im nächsten Augenblick schon wieder vorbei sein können. Wo andere vielleicht einfach weitergehen, bleibt sein Blick hängen.
Vielleicht ist es genau dieselbe Neugier, die sich durch all seine Arbeiten zieht. Beim Fotografieren hält Alex einen Augenblick fest. Beim Arbeiten mit Holz nimmt er etwas Vorhandenes und entdeckt darin eine Möglichkeit. In beiden Fällen geht es weniger darum, etwas nachzumachen, sondern darum, etwas zu sehen, bevor es für andere überhaupt sichtbar wird.
Was am Ende wirklich zählt
Bei all den Ideen, dem Holz und der Fotografie gibt es für Alex etwas, das noch wichtiger ist: seine Familie. Er ist ein Mensch, für den Zusammenhalt nicht nur ein schönes Wort ist. Wer ihn kennt, erlebt jemanden, der für die Menschen, die ihm wichtig sind, da ist – und der auch dann weitermacht, wenn das Leben gerade alles andere als einfach mit ihm umgeht.
Und dann war da noch dieses Fahrrad …
Alex wäre nicht Alex, wenn es beim Holz allein bliebe. Irgendwann entstand die Idee, ein Fahrrad aus Holz zu bauen. Nicht als Dekoration und nicht als Modell, sondern eines, auf dem man tatsächlich fahren kann. Also wurde ausprobiert, getüftelt, verworfen und wieder neu angesetzt – bis aus einer ziemlich verrückten Idee tatsächlich ein fahrbares Holzfahrrad wurde.
Und wie das bei solchen Ideen so ist: Irgendwann musste natürlich ausprobiert werden, ob das Ding auch wirklich fährt. Es fuhr. Vielleicht nicht ganz so, wie man es von einem Fahrrad aus dem Laden erwarten würde – aber genau darum ging es auch nicht. Entscheidend war: Aus einer Idee war etwas Reales geworden.

Einer, der einfach macht
Vielleicht lässt sich Alex genau so am besten beschreiben: als jemand, der Möglichkeiten sieht, wo andere zunächst nur ein Stück Holz, einen ungewöhnlichen Gedanken oder ein Hindernis sehen. Er probiert aus, macht weiter und lässt sich überraschen, wohin eine Idee führt. Nicht alles muss vorher feststehen. Manchmal reicht es, einfach anzufangen.